50 Jahre "Mao-Bibel"

Ein Abend zu Kulturrevolution und Maoismus

Die "Mao-Bibel" ist neben dem "Kommunistischen Manifest" das in der Druckauflage weit verbreiteste Schriftstück aus der sozialistischen Tradition. Seit seiner Entstehung 1965 beträgt die weltweite Auflage mittlerweile etwa eine Milliarde.
Sich heute mit den "Worten des Vorsitzenden" zu beschäftigen, ist vor allem wegen seiner Rezeption und früheren Anhängern interessant. Nicht nur Millionen Chinesen lasen und verehrten dieses Büchlein während der Kulturrevolution, sondern auch antiautoritäre StudentInnen, Linksradikale und Intellektuelle während des Aufbruchs um 1968 in Europa. Denker wie Michel Foucault oder der Maler Jörg Immendorff waren von den Gedanken der Kulturrevolution begeistert und engagierten sich in maoistischen Gruppen. Viele der wichtigsten Grünen haben eine Vergangenheit in einer maoistischen Partei. Auch namhafte "Renegaten" der Linken oder prominente Neokonservative haben eine maoistische Geschichte.
Heute ist der Maoismus in der europäischen Linken weitgehend tot und gilt eher als linke Skurrilität früherer Jahre. Dabei sind einige Gedanken, z. B. zur Aufgabe von Bildung, zur Frage, wie eine Partei beschaffen sein sollte oder zur Kulturpolitik, zumindest als Fragestellung noch aktuell.
Wir wollen uns an diesem Junge-Panke-Abend zum 50. Geburtstag der "Mao-Bibel" mit der Geschichte, Rezeption und Wirkungsmacht von Kulturrevolution und Maoismus beschäftigen.

Neben Referaten und Anekdoten werden wir auch den Film "Die Chinesin" von Jean-Luc Godard zeigen.

Informationen
Vortragsabend
von
mit Thomas Ebermann und Flix Wemheuer

Datum & Uhrzeit

26.11.2015 - 19:00

Ort

Markgrafendamm 24c
Berlin
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