Anti-Festschrift für Thomas Ebermann

Am 18. April 2011 wurde Thomas Ebermann 60 Jahre alt. Dafür wird man in der gebügelten Welt und bei guter Führung mit einer Festschrift bestraft. Wir wollten Thomas aber lieber das Gegenteil einer Festschrift übergeben, und haben eine Anti-Festschrift organisiert. Mit Beiträgen von Hermann L. Gremliza bis Jutta Ditfurth, von Knarf Rellöm bis Rocko Schamoni, von Hanelore Hoger bis Dietmar Dath.

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Und hier unser Gruß:

Zur Kritik der Erinnerungskultur in Dresden oder Jeder Stadt den Naziaufmarsch, den sie verdient
Aufruf von TOP B3rlin, Antifa AK Köln und Autonome Antifa [f] Frankfurt zur Verhinderung des Naziaufmarsches am 19.02. in Dresden

Die Ereignisse am 13. Februar 2010 in Dresden waren zumindest in einer Hinsicht ein Erfolg für alle Antifaschist/innen: Die Organisation von Massenblockaden und zahlreiche Aktionen drum herum haben das erste Mal den Großaufmarsch der Nazis anlässlich des Gedenkens an die allierten Angriffe auf Dresden in der Nacht vom 13. auf den 14. Februar 1945 verhindert.

Geschafft! Vom 3. bis 5. Dezember 2010 fand an der Ruhr-Uni Bochum der zweite bundesweite Kongress des umsGanze!-Bündnisses statt. Es ging um „Arbeit und Krise“, und um Perspektiven linksradikaler Praxis. TOP B3rlin hat den Kongress inhaltlich und organisatorisch mit getragen. Deshalb hier eine kurze Auswertung von uns, im Vorgriff auf eine ausführlichere des umsGanze!-Bündnisses.

Die Feierlichkeiten zum 20. Jahrestag der „Wiedervereinigung“ in Bremen sind vorbei. Der Staat und seine Freunde wollten den bloßen Volkswillen feiern, der Mauern einstürzen ließ, und der den Deutschen einige Tage andauernden Gemeinschaftsgefühls ohne äußeren Feind bescherte. Längst gilt die Vereinigung Deutschlands als erste erfolgreiche und friedliche deutsche Revolution.

Antinationale Kritik ist die Wahrheit des antideutschen Gefühls. Doch es kommt darauf an, sie praktisch zu machen.
Aus Phase 2.38 - Winter 2010

In einer bemerkenswerten Abfolge nationaler Jubiläen und Gedenktage hat Deutschland in den vergangenen Jahren sein staatspolitisches Selbstverständnis transformiert. Parallel zur offiziellen Anerkennung des Holocaust als singulärem Menschheitsverbrechen und »Zivilisationsbruch« (Thierse)1 der deutschen Nation wurde eine historisch begründete Opferidentität kultiviert, etwa in Narrativen um alliierten »Bombenterror« oder um »Vertreibungsverbrechen« am deutschen Volk. Seither sieht sich Deutschland als moralisch rehabilitiertes Vollmitglied der Staatengemeinschaft, das seine Interessen aus historischer Verantwortung heraus »selbstbewusst« durchsetzt. Bei den Staatsfeiern zu 60 Jahren Grundgesetz und 20 Jahren Mauerfall 2009 konnte sich die Berliner Republik bereits als gewachsene Demokratie mit revolutionären Wurzeln inszenieren, Stichwort »friedliche Revolution«.

  • 1. Dass der einstige Bundestagspräsident diesen kritisch-theoretischen Schlüsselbegriff so leicht enteignen konnte, liegt an dessen Fundierung in einer historisch allzu unspezifischen ›Kritik der instrumentellen Vernunft‹.
Jungle World Nr. 48/10

Am Wochenende findet in der Ruhr-Universität Bochum der Kongress »So, wie es ist, bleibt es nicht!« zu Arbeit und Krise statt. Veranstaltet wird er von dem linken bundesweiten Bündnis » … ums Ganze«, in dem Gruppen wie TOP Berlin, Autonome Antifa F und die Gruppe Gegenstrom aus Göttingen organisiert sind. Marlies Sommer von TOP Berlin ist Sprecherin des Bündnisses. Das Kongress-Programm findet sich im Internet unter: kongress.umsganze.de

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