Nichts hat sich erledigt. Am 1. Februar 2013 findet in der Wiener Hofburg der 1. Wiener Akademiker-Ball statt. Die Zahl und der Name sollten niemanden täuschen: Es handelt sich um die Neuauflage des Balls des Wiener Korporationsrings, auch bekannt als WKR-Ball. Hier treffen sich die Mitglieder deutschsprachiger Burschenschaften mit dem who is who des europäischen rechtspopulistischen und rechtsradikalen Organisationsspektrums zum Socialising und Networking.

Das No way out-Kongress-Buch ist online!

Vor 5 Jahren – vom  7. bis 9. Dezember 2007 - fand der Ums Ganze Kongress: „No way out? Von (Post)operaismus bis Wertkritik“  in Frankfurt statt. Politisch war es die Zeit nach dem G8-Gipfel in Rostock und einem der ersten größeren Aufbrüche für die radikale Linke in Deutschland nach längerer Zeit. Trotzdem schien der Kapitalismus weithin als unhinterfragbare Tatsache und sogar das „Glücksversprechen“ des Neoliberalismus hatte noch ein wenig Glanz. In diesem Kontext wollten wir eine Frage stellen, die politisch nicht gerade auf der Tagesordnung stand: No way out?

Es kommt darauf an sie zu verändern
Redebeitrag von TOP B3rlin auf der Veranstaltung "Zur Kritik an Deutschland – antinationale und antideutsche Theorie" der Autonomen Neuköllner Antifa (ANA) am 27.09.2012 im k-fetisch

Wir hatten einige Schwierigkeiten, uns für diese Veranstaltung zu motivieren, weil wir uns echt eine Menge Quatsch aus der antideutschen Ecke anhören mussten. Uns wurde “Geschichtsrevisionis­mus” unterstellt, weil wir den deutschen Nationalismus von heute nicht in erster Linie aus einer “postnazistischen” Verfassung der Deutschen deuten.

Einleitung zur Podiumsdiskussion
Einleitung zur Podiumsdisskussion "20 Jahre Pogrom in Rostock-Lichtenhagen und deutsche Zustände heute" am 22. August 2012 im Haus der Kulturen (Berlin)

Herzlich willkommen zur Veranstaltung ‘20 Jahre Pogrom in Rostock-Lichtenhagen und deutsche Zustände heute’, veranstaltet von der Gruppe TOP B3rlin. Anlass unserer Veranstaltung ist der 20. Jahrestag der Angriffe von ca. 500 Nazis und Rassisten gegen die ‘Zentrale Aufnahmestelle für Asylbewerber‘ (ZAST), und gegen mehr als 100 ehemalige vietnamesische Vertragsarbeiter_innen im Nachbarhaus. Unterstützt wurden die Täter von 2-3.000 klatschenden und feixenden Nachbarn.

Vor 20 Jahren – im August 1992 – kam es zum größten rassistischen Pogrom der deutschen Nachkriegsgeschichte. In Rostock-Lichtenhagen griff ein rassistischer Mob über Tage hinweg die „Zentrale Aufnahmestelle für Asylbewerber“ sowie ein Wohnheim für ehemalige VertragsarbeiterInnen aus Vietnam an. Tausende Umstehende klatschten bei Bier und Wurst Beifall, als die Häuser in Brand gesteckt wurden. Die Polizei schaute zu, die Opfer wurden später abgeschoben. Während Medien und Öffentlichkeit gegen “Überfremdung” und “Asylantenflut” hetzten, wurden überall im frisch vereinten Deutschland rassistische Mord- und Brandanschläge verübt. Die Politik nutzte und befriedete die Lage, indem sie 1993 das Asylrecht faktisch abschaffte.

Als der Realsozialismus implodierte und auch die deutsche Linke zutiefst verunsichert zurückließ, vertrat Robert Kurz eine Gewissheit, niedergeschrieben im ‘Kollaps der Modernisierung’: Der Realsozialismus folgte als staatliches Akkumulationsregime nachholdender Modernisierung derselben Verwertungslogik wie sein kapitalistischer Konkurrent.

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