"Sind wir Schland oder Sarrazin?"

Rassismus und Sozialchauvinismus im Land der Aufarbeitungsweltmeister

Thilo Sarrazin, sozialdemok­ratisches Vorstandsmitglied der Bundesbank, löste mit seinem Buch „Deutschland schafft sich ab“ eine „Integra­tionsdebatte“ mit längst überwunden geglaubten rassistischen Zuspit­zungen aus. Politik und Feuil­leton rüg­ten zwar pflichtschuldig Sarrazins rassekund­liche Spekula­tionen über die Erblichkeit von „Intelligenz“, machten sich aber seine Kern­these zu eigen.

Stig­matisiert wird, wer dem Standort auf der Tasche liegt und nichts leistet, wer sich nicht pro­duktiv für Deutschland verwerten kann. In dieser Si­tuation müssen Marginalisierte mit und ohne „Migrationshintergrund“ um gesell­schaftliche Schonung konkur­rieren, während sich die Mehrheitsgesellschaft an ihrer do­sierten Tole­ranz erbaut und verschärfte Ansprüche diktiert. „Schland“ ist nicht ohne „Sarrazin“ zu haben, das multikulturel­le Teamwork der Standortameisen nicht ohne die Aus­grenzung der Über­flüssigen, und nicht ohne die endlose Ertüchtigung und Disziplinierung des nationalen Humankapi­tals.

Informationen
Vortrag und Diskussion
der Antifa Aktion Burg mit

Datum & Uhrzeit

10.12.2010 - 19:00

Ort

Alt Salbke 144
Magdeburg