Presseerklärung nach Auflösung der ALB

BERLIN (10.09.2014): Die Auflösungserklärung der Antifaschistischen Linken Berlin (ALB) sorgt bundesweit für Schlagzeilen: „Zäsur für linksradikale Politik“, „Antifa am Ende“, „Antifa macht Schluss“, „Antifa hat sich als Bewegung erschöpft“, „Auflösungserscheinungen“, „Antifa heisst Abschied“.

Podiumsdiskussion mit Thomas Ebermann, Joachim Bruhn und TOP B3rlin
Referat auf der Konferenz "Aber hier leben – nein Danke!" am 4.10.2013 in Stuttgart

Guten Tag, und vielen Dank für die Einladung nach Stuttgart. Ich bin von der Gruppe Theorie - Or­ganisation - Praxis, TOP B3rlin. Wir sind – ihr ahnt es schon – das kommunis­tische Projekt gegen alles Böse. Organisiert sind wir im umsGanze!-Bündnis, und wir ge­ben die Zeitung Straßen aus Zucker mit heraus.

Es kommt darauf an sie zu verändern
Redebeitrag von TOP B3rlin auf der Veranstaltung "Zur Kritik an Deutschland – antinationale und antideutsche Theorie" der Autonomen Neuköllner Antifa (ANA) am 27.09.2012 im k-fetisch

Wir hatten einige Schwierigkeiten, uns für diese Veranstaltung zu motivieren, weil wir uns echt eine Menge Quatsch aus der antideutschen Ecke anhören mussten. Uns wurde “Geschichtsrevisionis­mus” unterstellt, weil wir den deutschen Nationalismus von heute nicht in erster Linie aus einer “postnazistischen” Verfassung der Deutschen deuten.

It isn’t hard to do
Here we go again: Endgültige Anmerkungen zur These einer “deutschen Spezifik” nationaler Ideologie

Wie in den vergangenen Jahren auch, haben linksradikale Gruppen gegen die diesjährigen Staatsfei­ern zum Tag der deutschen Ein­heit mobilisiert (1.-3. Oktober, Bonn). Das umsGanze!-Bündnis, dem wir als Berliner Gruppe angehö­ren, hat mit Diskussionsveranstaltungen und Vorabend­demo einen antinationalen Akzent gesetzt.

Antinationale Kritik ist die Wahrheit des antideutschen Gefühls. Doch es kommt darauf an, sie praktisch zu machen.
Aus Phase 2.38 - Winter 2010

In einer bemerkenswerten Abfolge nationaler Jubiläen und Gedenktage hat Deutschland in den vergangenen Jahren sein staatspolitisches Selbstverständnis transformiert. Parallel zur offiziellen Anerkennung des Holocaust als singulärem Menschheitsverbrechen und »Zivilisationsbruch« (Thierse)1 der deutschen Nation wurde eine historisch begründete Opferidentität kultiviert, etwa in Narrativen um alliierten »Bombenterror« oder um »Vertreibungsverbrechen« am deutschen Volk. Seither sieht sich Deutschland als moralisch rehabilitiertes Vollmitglied der Staatengemeinschaft, das seine Interessen aus historischer Verantwortung heraus »selbstbewusst« durchsetzt. Bei den Staatsfeiern zu 60 Jahren Grundgesetz und 20 Jahren Mauerfall 2009 konnte sich die Berliner Republik bereits als gewachsene Demokratie mit revolutionären Wurzeln inszenieren, Stichwort »friedliche Revolution«.

  • 1. Dass der einstige Bundestagspräsident diesen kritisch-theoretischen Schlüsselbegriff so leicht enteignen konnte, liegt an dessen Fundierung in einer historisch allzu unspezifischen ›Kritik der instrumentellen Vernunft‹.