Die Marx-Herbstschule geht in die zweite Runde. Nachdem wir im letzten Jahr die “Resultate des unmittelbaren Produktionsprozesses” aus den Manuskripten des Kapitals diskutiert haben, soll dieses Jahr vom 20.-22. November daran anschließend der II. Band in Auszügen auf dem Plan stehen, ergänzt durch Passagen aus der neuen MEGA-Ausgabe. Diskutiert werden die zentralen Begriffe des Zirkulations- und Kreislaufprozesses des Kapitals. Das insgesamt dreitägige Seminar soll ein weiterführendes Angebot an all diejenigen sein, die bereits eine erste Bekanntschaft mit der Marxschen Kapitalismuskritik gemacht haben und mindestens den ersten Band schon gelesen haben.
Veranstaltet wird die Herbstschule von der Marx-Gesellschaft e.V., dem Berliner Verein zur Förderung der MEGA-Edition, der Rosa-Luxemburg-Stiftung, der Hellen Panke und von TOP B3rlin in Kooperation mit dem Umsganze-Bündnis. Die Herbstschule findet wieder in den Räumen der Rosa-Luxemburg-Stiftung im Haus des Neuen Deutschland, Franz-Mehring-Platz 1 statt. Die Teilnahme ist kostenlos. Anmelden könnt ihr euch unter mail at top-berlin.net. Den genauen Ablaufplan des Seminars und die Textgrundlagen bekommt ihr nach eurer Anmeldung per Mail zugeschickt.
07.05.-23.07. Weimar: “Kunst. Spektakel. Revolution.” - Veranstaltungsreihe zum Verhältnis zwischen den Bewegungen der Avantgarde und den revolutionären Bewegungen. Informationen hier.
01.07. Berlin: “”Wie Klassen- und Geschlechterverhältnisse zusammenwirken”. Vortrag und Diskussion mit Lisa Haller und Jörg Nowak. 20 Uhr, Roter Abend der Internationalen KommunistInnen im Zielona Gora (Grünberger Str. 73)
01.07. Berlin: “Vom Geld erzählen: Geht das?” Dietmar Dath - Lesung und Gespräch mit Prof. Joseph Vogl. 19 Uhr c.t., Humboldt-Universität, Senatssaal, Unter den Linden 6, 1. Stock
17.10. Berlin: Freiheit von Gewicht - Tagesseminar zu Freiheit und dem Doppelcharakter gesellschaftlicher Reproduktion. Infos und Anmeldung bei der Gruppe [pæris]
Nicht mehr als eine Fußnote zu den Feierlichkeiten des 60-jährigen Bestehens des Grundgesetzes ist, dass Polizei und Justiz in Berlin noch unter dem Niveau selbst der bürgerlichen Geschichte stehen und zum Verfassungsjubiläum nicht einmal falsche Freiheit zu garantieren vermochten. Die antinationale Parade am 23. Mai 2009, politisch unerwünscht und von daher mit dem Kleid der polizeilichen Gefahrensituation versehen, vermochte hingegen die Tendenz der bürgerlichen Gesellschaft zu ihrem Exzess der sie konstituierenden Gewalt zu illustrieren. Teilnehmern der Parade wurden, ohne dass sie gegen Auflagen verstoßen hätten, die mitgeführten und oben abgebildeten „Winkelemente“ aus Gründen der polizeilichen „Gefahrenabwehr“ abgenommen. So willkürlich, so üblich. Die Begründung hingegen ist ob ihrer Kreativität schon weniger üblich: die Winkelemente dienten dazu, Steinewerfern den Weg zum Ziel zu weisen. Die Folge für die Betroffenen: erkennungsdienstliche Behandlung und Anschlussgewahrsam zur Abwehr der Gefahr für die öffentliche Sicherheit, also 14 Stunden Knast bis zum nächsten Morgen. Was in der Logik der Gefahrenabwehr nur radikale Konsequenz ist, führt ansonsten in der bürgerlichen Gesellschaft als Ausbund an Paranoia zur Verordnung von Psychopharmaka.
Über die Parade, an der etwa 2500 Menschen teilnahmen und die von Beginn an mit dem schikanösem Verhalten der Berliner Polizei zu kämpfen hatte, berichtete neben Indymedia (1, 2, 3) auch die bürgerliche Presse: SPIEGEL (Video), RBB (Video), N-TV (Video), der Tagesspiegel, die TAZ und die BZ. Einen guten Bericht gibt es beim Medienkollektiv Berlin. Den Teaser zu einer in den nächsten Tagen folgenden Videodokumentation findet ihr auf YouTube. Fotos gibt es unter anderem hier , hier und hier.
Für Presseanfragen steht das Bündnis weiterhin zur Verfügung: einheitundfreiheit (at) gmx.de oder unter der Telefonnummer 01578 - 4359473.
Etwas Besseres als die Nation - Gegen die Herrschaft der falschen Freiheit!
Am 23. Mai feiert die BRD ihren 60. Geburtstag. 60 Jahre Grundgesetz, 60 Jahre Demokratie und Eierkuchen für alle. Da kommt die Krise gerade recht. Mit seinen „Rettungspaketen“ und „Schutzschirmen“ erscheint Vater Staat als Obersamariter der Nation, seine Herrschaft als historischer Segen. Doch die Ordnung des Staates verewigt nur das kapitalistische Hauen und Stechen. Sie hält die Menschen in Konkurrenz gegen einander, und verklebt sie gleichzeitig zur Schicksalsgemeinschaft Standort. Die Identifikation mit der Nation ist ein Schutzreflex gegen den kapitalistischen Alltag, der den kapitalistischen Alltag bestätigt. Gerade in Deutschland. ‘Soziale Marktwirtschaft’ ist nationaler Burgfrieden ohne Ende. So ein Quatsch! Die Feier der Nation ist ein Angriff auf das schöne Leben und die befreite Gesellschaft. Geben wir diesem Angriff die passende Antwort!
Antinationale Parade: Sa 23.05., 18 Uhr, Rosa-Luxemburg-Platz (Berlin).
Podiumsdiskussion zur Kritik der falschen Freiheit mit Nadja Rakowitz und Thomas Ebermann: Fr 22.05., 19:30 Uhr, Audimax der Humboldt-Universität.Text zur Veranstaltung.
Antinationale Party: 22.5., Tante Käthe (Mauersegler), Bernauerstr. 63-64, ab 23h, 2 Floors und Aussenbereich
mit: Hawkinson, Paul Perry, Oscar Hilde, u.a.
Und vorher: Naziaufmarsch in Luckenwalde (bei Berlin) verhindern! Gemeinsame Zugfahrt am 23.05. um 10 Uhr ab S-Bhf. Südkreuz. Demonstration ab 11 Uhr. Weitere Informationen beim Bündnis “Linker Fläming United“.
News: Nachdem sich bereits die Berliner Zeitung und die Pressestelle der Berliner CDU mit der Parade beschäftigt haben, legt nun die BZ nach und beginnt mit der Frage “Was ist die passende Antwort“? die Hetze gegen die Demonstration. Rechte Medien wie die Junge Freiheit oder Politically Incorrect beteiligten sich sofort. In der Berliner Morgenpost kündigt die Polizei ihre massenhafte Teilnahme an. Auch der ehemalige Kultursenator Christoph Stölzl zeigt sich entsetzt über das Bündnisplakat und ruft die Kreuzberger Bevölkerung auf, das durch die Verfassung garantierte Asylrecht zu ehren und die Plakate abzureißen. Die TAZ beschwört die Spaltungen von gestern (1, 2), die Mopo konstruiert Zusammenhänge durch freies Assoziieren.
„Unsere Verfassung hält die Kritik aus.“ meint Herr Lux von den Grünen, aber wohl nur unter der Voraussetzung, dass für jeden Demonstranten ein Polizist abgestellt ist und der Verfassungsschutz ein wachsames Auge auf uns hat. Der DDP immerhin hat erkannt, dass das Demonstrationsbündnis seine “Radikalität nicht an Scharmützeln mit der Polizei misst“. Und ausgerechnet die BILD gibt sich gutinformiert.
Presseanfragen: Das Bündnis zum 23.05. erreichen sie unter einheitundfreiheit (at) gmx.de oder unter der Telefonnummer 01578 - 4359473.
Auflagen: Obwohl nichts auf eine Neuauflage der Ausschreitungen vom 1. Mai hindeutet, hat die Berliner Polizei einen strengen Auflagenbescheid erlassen. So dürfen auf der Parade keine Glasflaschen und Stahlkappenschuhe mit sich geführt bzw. getragen werden, die Seitentransparente dürfen eine maximale Länge von 1,50m nicht überschreiten und nicht zusammengeknotet werden und auch das Anzünden von Gegenständen (Fahnen/Puppen) ist untersagt.
Der Berliner Ermittlungsausschuss ist geschaltet und am 23.05. unter der Nummer 030-6922222 erreichbar. Solltet ihr festgenommen werden oder Festnahmen beobachten, wendet euch an den EA.
Das linksradikale »…ums Ganze!«-Bündnis präsentiert “STAAT, WELTMARKT UND DIE HERRSCHAFT DER FALSCHEN FREIHEIT - Erster Teil der Grundlagen- diskussion zur Kritik des kapitalistischen Normal- vollzugs.”
In der Krise erscheint der Staat als letzte Rettung der taumelnden Wirtschaft. Er springt ein, wenn alle Stricke reißen, um den Kapitalismus vor sich selbst zu schützen. Doch als Garant und Nothelfer des Kapitalverhältnisses ist er selbst von diesem abhängig. Seine außerökonomische Macht und Handlungsfähigkeit fußt auf der globalen Schlagkraft seiner Nationalökonomie. Das gilt in der Krise. Es gilt aber auch in Konjunkturphasen. Die Zwänge kapitalistischer Akkumulation und staatlicher Steuerung verbinden sich zu einem durchdringenden System gesellschaftlicher Herrschaft. Einem System, das keiner einzelnen politischen Macht oder Klasse untersteht, sondern einem umfassenden, in letzter Instanz unpersönlichen Verwertungszwang. Die Imperative des Kapitalverhältnisses prägen sämtliche Lebensbereiche, von internationalen Handelskonflikten und Weltordnungskriegen bis hinab zur täglichen Herausforderung, inmitten der tobenden Konkurrenz nicht zynisch oder depressiv zu verzweifeln. Weiterlesen »
Dieses Jahr wird ein deutsches „Superjubiläumsjahr“, denn am 23. Mai wird der 60. Geburtstag des Grundgesetzes gefeiert und rund um den 9. November an den 20. Jahrestag des ‘Mauerfalls’ erinnert. Außerdem wird im Sommer der Varusschlacht vor 2000 Jahren als „Geburtsstunde der Deutschen“ gedacht und im September steht schließlich die Wahl des neuen Bundestages an.
Um dem nationalen Taumel etwas entgegenzusetzen, erschien gerade die Jugendzeitung “Straßen aus Zucker”. Neben einer gepfefferten Kritik an Staat, Nation und Kapital gibt es Artikel zu Schulkritik, Lohnarbeit, Krise und Playstation, zur Bundeswehr, sowie ein Interview mit Maxim von der Rap-Combo K.I.Z.! Die Zeitung kann kostenlos bestellt und natürlich im Netz gelesen werden.
Straßen aus Zucker bei Blogsport. Straßen aus Zucker bei MySpace.
Beitrag von TOP B3RLIN zur antinationalen Kampagne des ›…ums Ganze!‹-Bündnisses gegen das Superjubiläumsjahr 2009
Im Jahr 2009 feiert sich Deutschland anlässlich seiner beiden großen Jubiläen – 60 Jahre Grundgesetz und 20 Jahre Mauerfall – als freie und geeinte Nation. ›Freiheit‹ und ›Einheit‹ sind die Leitmotive nationaler Selbstvergewisserung, die durch Presse, Zivilgesellschaft und Kulturindustrie ausgestaltet werden. Selbst die globale Krise des Kapitalismus liefert weitere Argumente für das ›Modell Deutschland‹. Denn hier soll der Kapitalismus unter dem Ordnungsmodell der ›sozialen Marktwirtschaft‹ eingehegt werden. Sie soll Lohnabhängige, Unternehmer und alle Übrigen in gemeinsamer Arbeit für Deutschland zusammenführen. Weiterlesen »
Podiumsdiskussion zur Kampagne: “Keine Nation in meinem Namen!” Vom Kampf gegen die nationale Repräsentation
Do 23. April 2009 │ 19:30 Uhr │ Basso │ Köpenicker Str. 187-188
Veranstaltung von Top Berlin mit den Gruppen Alexandertechnik, Max Klebb und AktivistInnen gegen das Varusspektakel. Da das nationale Motto des Jubiläumsjahres die Feier der deutschen Geschichte als Weg zur Freiheit ist, soll die Veranstaltung deren nationale Gesinnung analysieren und politische Wege gegen diese diskutieren. Wie kollektiviert man sich in der Kutur gegen das nationale Kollektiv? Mehr…
Diskussionsveranstaltung zur Krise: Where is my fuckin’ happiness? Von Top Berlin mit Matthias Wiards (Leipzig)
Do 02. April 2009 │ 19:00 Uhr │ Monarch │ Skalitzer Str. 134
Zum Verhältnis von Kapitalismus und Krise, zur Kritik nationalökonomischer Ordnungsmodelle und marxistischer Zusammenbruchstheorien, und zu Problemen politischer Praxis unter Bedingungen des Krisennationalismus.
Aufruf zum antikapitalistischen Block auf der Krisendemonstration am 28. März 2009. 12 Uhr. Rotes Rathaus
Tony Soprano, fiktiver Mafiaboss aus suburbia, wird von Panikattacken geplagt und kann seinen Job nur mit Hilfe von Prozac und Psychotherapie erledigen. Denn das erhoffte Glück stellt sich auch mit Haus, Frau und Kindern nicht ein. In einer Sitzung sagt er seiner Therapeutin: „Ich habe gestern im history channel gesehen, dass wir die einzige Nation sind, die das Glück in der Verfassung garantiert. But Where is my fuckin´ happiness?!“ Die Antwort der Therapeutin fällt ebenso richtig wie staatstragend aus: verfassungsmäßig verbrieft ist nur das Streben nach Glück, nicht das Glück selbst. Weiterlesen »
Antinationale Kampagne 2009
Am 3. Oktober feierte sich Deutschland in Hamburg als Kulturnation, und läutete damit das Superjubiläumsjahr 2009 ein. Die Feiern zum 60. Geburtstag des Grundgesetzes (23. Mai) und zum 20. Jahrestag des ‘Mauerfalls’ (9. November) werden flankiert von den Bundestagswahlen am 27. September. Die Kritik der Nation braucht zwar keine feierlichen Anlässe, bekommt sie aber 2009 in Serie. Im Mai wird Deutschland als Friedensmacht, Kulturnation und Freiheitsweltmeister gefeiert. Und am 09. November die Auferstehung als einiges und freies Volk von Brüdern und Schwestern.
TOP Berlin und das UmsGanze!-Bündnis begegnen dieser nationalen Mobilisierung mit einer antinationalen Kampagne unter dem Motto “Staat. Nation. Kapital. Scheiße. Gegen die Herrschaft der falschen Freiheit!”. In einer Reihe von Veranstaltungen über das gesamte Jahr sollen Diskussionen, Podien, ein großes Konzert und andere Aktionen die herrschende Einheit und Freiheit als falsche Freiheit und falsche Einheit denunzieren.
In diesem Jahr wird die Inszenierung Deutschlands als Kulturnation historisch neu verortet: Im bald wieder errichteten Berliner Schloß wird das neue Humboldt-Forum Deutschland als kosmopolitische Nation und Hüterin der Weltkultur präsentieren. Ob in den Ausstellungshallen renommierter Kunsthochschulen oder in der Glotze: In den letzten Jahren hat sich eine neue Form der Nationalisierung in der Kultur durchgesetzt. Das Schlagwort “Kultur” als identitätsbildende, nationale Kraft ist dem “Weltmeister der Herzen” an eben dieses gewachsen. Darum beginnt TOP Berlin den Angriff auf das Jubiläumsjahr mit zwei Veranstaltungen, die sich mit dem Stand der nationalen Kulturschau auseinandersetzen, mit Initiativen gegen sie und der Frage nach einer radikalen Kulturkritik der Gegenwart.
Am 19. Februar 2009 veranstaltet TOP Berlin eine Diskussionsveranstaltung zu den Grundlagen marxistischer Kulturkritik. In einer zweiten Veranstaltung am 23. April 2009 soll es konkreter um die Kritik der aktuellen deutschen Geschichtsmythologien innerhalb der Massenkultur gehen. Weitere Informationen zu den Veranstaltungen findet ihr hier: Weiterlesen »
Die bereits seit längerem vergriffene Broschüre “Nationaler Sozialismus - “Antikapitalismus” von völkische Freaks” mit Beiträgen u.a. von Marion Gondek, Joachim Bons und Stefan Trüb ist jetzt in einer aktualisierten Neuauflage wieder zu haben.
Die Broschüre kann zum Porto-Preis bei uns bestellt werden: TOP Berlin - c/o Schwarze Risse - Gneisenaustr. 2a - 10961 Berlin oder per Mail an mail[at]top-berlin.net.